Leserbrief: “Energiewende eine vom Statt geförderte Umverteilung des Geldes von unten nach oben”

Meine Frau und ich leben seit nun mehr als 30 Jahren in der Stadt Bockenem. Egal aus welcher Himmelsrichtung man von den Höhenzügen, die den Ambergau umgeben, in den Talkessel schaut, bietet sich einem ein wunderschönes und ruhiges Landschaftsbild mit einer fantastischen Aussicht (zum Teil bis zum Brocken). Dieses Landschaftsbild vermittelt Ruhe, gibt Kraft und Seelenfrieden für viele vom Stress des Alltags geplagter Menschen.

Nun soll dieses wunderschöne und einmalige Landschaftsbild durch sieben industrielle Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von über 200 m zerstört werden. Diese Anlagen sollen mitten in das „Herz“ des Ambergau, zwischen Bockenem und Bornum, im Bereich des Königsturms gesetzt werden. Dann ist es vorbei mit schöner Aussicht, Ruhe und Seelenfrieden.

Den Profit der Investoren und Grundeigentümer, auf den die WEA stehen, wird durch die, von der Politik zugesicherte Einspeisevergütung gesichert. Diese Einspeisevergütung dürfen alle normalen Stromabnehmer über die EEG Umlage mitfinanzieren, ob sie wollen oder nicht.

Wer aber entschädigt eigentlich die Menschen, die durch diese Industrieanlagen dem Lärm dieser Anlage ausgesetzt sind, die erheblich an Lebensqualität verlieren, die Wertverluste an ihren Immobilien hinnehmen müssen, die eventuell sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen befürchten müssen?

Getoppt wird dieser ganze Wahnsinn noch durch drei weitere Tatsachen:

    • Dass bereits mehr Windenergieanlagen errichtet worden sind als überhaupt an Kapazität in den Stromnetzen vorhanden ist, von Speichermöglichkeiten gar nicht zu sprechen.
    • Dass die Bürger dieses Landes für Strom zahlen müssen, der gar nicht zur Verfügung steht, da dieser theoretisch lieferbare Strom auf Grund von Kapazitätsengpässen im Stromleitungsnetz nicht erzeugt wird, die Betreiber diesen aber bezahlt bekommen. Das ist für die WEA Betreiber natürlich ein absoluter Freibrief, noch mehr Anlagen zu bauen, obwohl zurzeit gar kein Bedarf ist.
    • Das sozusagen für jede Windenergieanlage ein konventionelles Kraftwerk im Hintergrund vorgehalten werden muss, da die Stromerzeugung bei Windenergie- und Photovoltaikanlage sehr unsicher ist. Oder wodurch wird der Strom bei Windstille und Dunkelheit erzeugt?
  • Ist die sogenannte Energiewende in Wirklichkeit nicht eine, vom Staat geförderte Umverteilung des Geldes von unten nach oben? Denn die sogenannte Energiewende geht zu Lasten Vieler und es profitieren nur Wenige.

Rolf Richter

Bockenem

Veröffentlicht im Seesener Beobachter am 27. August 2016

Bürgerinitiative

“Keine Windräder im Ambergau”